Vocalensemble 80 & Quadrosax

Ein musikalisches Allerlei aus allen möglichen Epochen

Rapperswil: Vokalensemble 80 und Quadrosax im Schloss

Das Vokalensemble präsentierte am Samstag sein Programm «Wie es euch gefällt!» und sang aus allen möglichen Epochen und Stilrichtungen. Dazu gesellte sich auch die spannende und aussergewöhnliche Formation Quadrosax.

SARAH S. GAFFURI

Unter dem Leitfaden «Wie es euch gefällt!» präsentierte das Vokalensemble 80 am Samstagabend «ein buntes vokales und instrumentales Durcheinander aus verschiedenen Zeiten und Stilen» - und diesem Vorsatz blieb das Programm auch treu: Barockes, Klassisches, Opern, Folklore, Jazz und Schlager im Stile der Comedian Harmonists hatte das knapp 30-köpfige Ensemble unter der Leitung von Bernhard Isenring einstudiert.

Abgewechselt und begleitet wurden die Sängerinnen und Sänger dabei von einem besonderen musikalischen Gourmethappen: Quadrosax, das Quartett der vier innovativen Saxofonisten, die sich Rock bis Barock und allen Facetten dazwischen annehmen und im Laufe des Abends immer wieder Kostproben ihrer meisterhaften und einzigartigen Arrangements präsentierten. Dabei leiteten sie jeweils geschickt zum nächsten Programmpunkt über, wobei zu jedem noch einige einführende humorvolle Worte von Ruedi Sutter gesprochen wurden.

Folklore und Klassik

Nach dem singenden Einzug mit einem Kanon von Staden und einer Bachfuge - saxofonistisch vorgetragen - sang sich dasVokalensemble 80 durch die vier Landessprachen der Schweiz: «Du fragsch mi, wär i bi», «Le ranz des vaches», «Tuta nana tgu» und «Teresina bella». Es folgten Kanons von Mozart und Salieri, hier spielte das Vokalensemble auch mit dem Raum und brachte so fast Dolby Surround - ähnliche Effekte zu Stande. Vor der Pause dann noch der Abstecher in die Opernwelt: Im Stück «Insalata Italiana» wurden, nach einer Melodie von Richard Genee, musikalische Anweisungen vertont (der Text lautete also etwa «piano, piano, fortissimo, suave» etc.) und auch gleich umgesetzt: Was sich äusserst unterhaltsam anhörte, verlangte grosse Konzentration von den Sängerinnen und Sängern. Bei Verdis Chor aus «I Lombardi» war das Ensemble sichtlich im Element, und nach einer saxofonischen Einstimmung gings nach der Pause weiter mit eher. zeitgenössischer Musik: Carl Orff («Odi et amo») oder «Fatise Kolo», ein serbisches Volkslied in rassigem Arrangement, vertraten die Liebesliteratur Europas, während «Autumn Leaves», «Deep Purple» und «'S wonderful» das amerikanische Element dazu brachten. Mit Schlagern aus den dreissiger Jahren ging das Konzert dem Ende zu: «Es war einmal ein Musikus» und «In ei­ner kleinen Konditorei» beschworen jene romantische, liebevoll anzügliche Welt herauf, auf die man sich gerne mit den von Moderator Sutter stilvoll servierten Champagnertruffes einstimmt. Dem grossen Applaus trugen Bernhard Isenring, sein Vokalensemble 80 sowie Quadrosax (die in den letzten Titeln auch begleitend gewirkt hatten) Rechnung, indem sie zwei Zugaben reichten; dann fand ein unterhaltsamer und musikalisch weitreichender Abend sein Ende.