East - West

Pfäffikon Quadrosax spielte im Schlossturm ein Konzert mit eindrücklichen Saxofonklängen

Die Klangfülle des Saxofons

Mit seinem Programm «East&West» gastierte das Saxofonensemble Quadrosax auf Einladung des Vereins Pro Schloss am Samstagabend im Schlossturm in Pfäffikon und faszinierte das Publikum mit seiner Vielseitigkeit.

VON LILO ETTER
Pfäffikon. - Vor voll besetzten Stuhlreihen kamen drei verschiedene Werke zu Gehör. Den Rahmen bot die «Histoire du Tango» von Astor Piazzolla, deren vier Sätze sich durch das rund einstündige Konzert zogen. Dazwischen erklang die «Suite Hellénique» von Pedro Ituarralde, deren Tänze mitunter griechische Motive enthielten, aber auch ungarische Volksmusik erinnerten. Zu Beginn war die Musik rhythmisch stark betont, dann wurde sie melodiöser und jazziger. Anschliessend wandelte sie sich zu vornehmer Eleganz und zum Schluss zum fröhlichen Reigentanz.
Durch das vielseitige Programm führte Heinrich Baumgartner, Baritonsaxofon, der auch einige Informationen zu Stücken und Komponisten gab. Zwischen den vier Sätzen von Piazzolla waren Kompositionen von Mike Mower zu hören, als Erstes kam von ihm «Building» zu Gehör. Darin hatte er den Instrumenten Sopransaxofon (Urs Oettli), Altsaxofon (Ueli Angstmann), Tenorsaxofon (Urs Schoch) und Baritonsaxofon eigene Charakter gegeben, die trotz ihrer Verschiedenheit ein rundes Ganzes ergaben.

Musikalische Färbungen

Dem folgte «It's lovely once you're in», das wiederum durch das Zusammenführen unterschiedlicher Färbungen ein einziges, farbenfrohes Bild ergab. Später waren von Mowers fabu­lierend «Devils Pulpit» und schwungvoll leicht im Dixie-Stil «Yuppieville Rodeo» zu hören.

Piazzollas «Histoire du Tango» in der Fassung von Claude Voirpy beschrieb musikalisch vier Zeitepochen. Sie begann verspielt mit «Bordell 1900». Harmonisch, versonnen und mit leiser Wehmut folgte «1930 Cafe». Zwischen stiller und energischer Musik bewegte sich «1960 Nightclub», und zum letzten, lebhaften wie auch jazzigen Teil, «Concert d'aujourd'hui», gab Heinrich Baumgartner einige Daten aus Astor Piazzollas Leben (1921 bis 1992) bekannt. Im Alter von vier Jahren wanderte er wegen der schlechten Wirtschaftslage in Argentinien mit seinen Eltern für zwölf Jahre nach New York aus und kehrte 1937 nach Buenos Aires zurück. Piazzolla studierte später auch in Paris. Als Zugabe für den besonders herzlichen Applaus kamen die Zuhörer in den Genuss von «Wapango» von Paquito d'Rivera.


Die Vielfalt der Saxofone zum Klingen gebracht

Unter dem Patronat des Vereins Pro Schloss Pfäffikon bot das Ensemble Quadrosax am Samstagabend ein Konzert vom Feinsten.

VERENA SCHILDKNECHT
Urs Oettli, Sopransaxofon, Ueli Angstmann, Altsax, Urs Schoch, Tenorsax, und Heinrich Baumgartner,. Baritonsax, haben sich auch als Einzelmusiker in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Zusammen bilden die vier Berufsmusiker seit über 20 Jahren das erfolgreiche Saxofonquartett Quadrosax.
Im dreiteiligen Programm vom Sams­tag in Pfäffikon erklang die «Suite Helénique» von Pedro Ituarralde. Eine einmalige Komposition, in welcher klassische griechische Musik und moderne Jazz-Rhythmen auf originelle Weise miteinander verwoben sind. Das Stück ist sehr dynamisch und virtuos. Nahtlos wechselt die Melodie von einer Stimme zur andern, wobei das Baritonsaxofon nebst seiner Bassfunktion auch bei dieser Musik vor allem für den Rhythmus zuständig ist. Trotz dem starken Einfluss des Jazz hört man wiederholt die griechische Tanzmusik heraus. Nebst diesem originellen Werk erklang an diesem Abend auch Musik von Mike Mower. Die eigenwilligen und anspruchsvollen Kompositionen dieses Musikers sind sehr abwechslungsreich und stilistisch schwer einzuordnen.
Das erste Stück mit dem Titel «Building» ist Jazz vom Feinsten. Es beginnt als schwermütiger Blues und baut sich dynamisch rasch auf. Auf dem rhythmischen Fundament des Baritonsaxofons jagen sich die anderen Stimmen mit eindrücklicher Virtuosität und Leichtigkeit, und über diese ganze vermeintliche Hetze herrscht eine professionelle Präzi­sion und Klangreinheit.
«It's lovely once you are in» ist eine weitere sehr rhythmische Jazz-Nummer von Mike Mower. Es hört sich an wie ein witziges Frage-und-Antwort-Spiel zwischen den einzelnen Stimmen. Besonders eindrücklich kam hier zur Geltung, wie spritzig und leichtfüssig auch Instrumente der tieferen Tonlagen zu klingen vermögen, wenn sie von einem professionellen Könner gespielt werden. «Rodeo» hiess das nächste Stück dieses eigenwilligen Komponisten. Als Gegensatz zum rockigen, sehr synkopischen Grund-Rhythmus dieser Nummer klingt immer wieder ein Hauch von Countrymusik durch. Eine ganz originelle Komposition mit einer sehr schönen und eindrücklich gespielten Solostimme auf dem Tenorsaxofon.

Bilder aus vier Epochen

Die besondere Vielfalt und Klangfülle eines Saxofonquartetts präsentierte Quadrosax mit «Histoire du Tango» von Astor Piazzolla. In diesem von Claude Voirpy arrangierten Stück werden Bilder aus vier Zeitepochen aus dem letzten Jahrhundert musikalisch umschrieben. Der erste Satz trägt den Titel «Bordell» und befasst sich mit der Zeit um 1900. Der zweite Satz mit der Bezeichnung «Cafe» spielt 30 Jahre später. Er erinnert eher an eine verträumte Ballade als an Tangomusik. Über den warmen Akkorden und Gegenmelodien der tieferen Instrumente klingt die Stimme des Sopransaxofons wie Lerchengesang.
Für den grossen Applaus des zahlreichen Publikums bedankte sich das Ensemble Quadrosax mit der Zugabe «Wapango» von Paquito di Rivera.

Konzert vom Samstag, 26. Januar 2008