Alchemy - Dorfgaden Altendorf

Den Klang sehen und die Malerei hören.

In seltensten Genuss kamen Kulturgänger samstags im Dorfgaden Altendorf. Die Formation Quadrosax interpretierte Graham Colliers neuestes Musikwerk zu Bildern von Jackson Pollock.

USCHI MEISTER

Altendorf. – Vier hochkarätige Musiker, die sich nicht in die Gleisskegel von Scheinwerferlicht setzten, vielmehr diskret und hochkonzentriert im Halbdunkel wirkten, Altendörfler und eigens Hergereiste kamen Samstagnacht im Dorfgaden in höchst seltenen Hörgenuss. Vier wahre Meister auf dem Instrument Saxophon interpretierten nach ebenfalls durch sie erfolgter Uraufführung zum vierten Male des britischen Jazzmusikers neuestes, in diesem Jahr 2007 entstandenes Werk «Memories arrested in space». Ein schwerer Brocken für feinstes Blech, der des Komponisten Auseinandersetzung mit dem Visuellen anhand der Bilder von Jackson Pollack spiegelte.

Maltechnik mit Zufallsfaktor

Der Amerikaner Pollock (1912-1956) malte nicht mit dem Pinsel, er bediente sich der von ihm entwickelten Dripping–Technik, bei der die Farbe direkt aus der Farbdose auf die Leinwand tropft, fliesst oder geschüttet wird. Ganz klar gehört diese Art Malerei in den Bereich der Improvisation, und diese darf dann unter solchen Umständen auch in den musikalischen Vortrag einfliessen. Die dritte Aufführung des Werkes fand im Beisein des Komponisten statt, der im Notenmaterial viele Freiheiten liess und dementsprechend auch staunte, wie genial sein Werk aus den Instrumenten von Quadrosax floss.

Subtile Verständigung

Weil Pollocks Bilder als Projektion gezeigt wurden, spielte sich dieser spezielle und hochspannende Abend im diskreten Halbdunkel ab. Gerade noch genug Licht, um auszumachen, wie sich die Musiker untereinander verständigten, mit dem Hochziehen einer Augenbraue etwa oder anderer subtiler Körpersprache. Da war denn auch hohe Konzentration beim Hören angesagt, während alle Körperfasern bei der betont starken Rhythmik freudig ins Vibrieren gerieten. Oft glich der Vortrag einem hochintellektuellen Gespräch, über dem urplötzlich eine höchst sinnliche Melodie ihre Kreise zog. Dann wieder herrschte fast totale Stille, in der einzig alle Finger behände und bezwingend aufs blanke Blech der Instrumente trommelten.
Quadrosax ist bald wieder bei uns in der Region zu hören, nämlich am 26. Januar im Schlossturm Pfäffikon. Das Programm wird sich voraussichtlich zwischen Jazz und Ost-Folklore bewegen.

Konzert vom Sonntag, 24. November 2007